Die BKW investiert in das  Energiesystem der Zukunft

Energie produzieren, speichern, vermarkten, verteilen und effizient nutzen: Mit ihrer Strategie «Solutions 2030» treibt die BKW die Energiewende ganzheitlich voran. Damit bieten sich der BKW Chancen für profitables Wachstum in attraktiven Märkten.

Von der Wasserkraft im Berner Oberland und dem Windpark in Süditalien bis zum Batteriespeicher und zur Höchstspannungsleitung in Deutschland: Im Rahmen ihrer Strategie «Solutions 2030» setzt die BKW in der Schweiz und in Europa gezielt Projekte um, welche die Anforderungen der Gesellschaft und Wirtschaft an das Energiesystem der Zukunft aufgreifen. Dafür sieht die BKW bis 2030 gesamthaft vier Milliarden Franken an Investitionen vor – davon die Hälfte in der Schweiz.

Mehr Strom aus erneuerbaren Energien

Zu diesen Investitionsvorhaben zählen auch die Wasserkraftanlagen an der Grimsel in den Berner Alpen. Der Grimselsee ist der wichtigste Stausee im weitverzweigten Kraftwerksnetz der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO), die zur Hälfte der BKW gehört. Sein Speichervolumen reicht für rund 100 000 Haushalte pro Jahr. Das Beispiel zeigt, wie bei der Stromproduktion der Ausbau bestehender Infrastrukturen und Erweiterungsvorhaben Hand in Hand gehen: 

Einerseits wurde im vergangenen Juni die Ersatzstaumauer Spitallamm am Grimselsee eingeweiht. Insgesamt kostete das Projekt rund 125 Millionen Franken. Nötig wurde der Neubau, weil die bestehende Staumauer aus den 1930er-Jahren sanierungsbedürftig war. Diese mass vom Fundament bis zur Krone 114 Meter – und war damit zur Zeit ihrer Errichtung eine der höchsten Talsperren auf der ganzen Welt. Die neue Staumauer steht nun vor der alten – und ist ungefähr gleich hoch wie diese. Mit dem Vorhaben Grimselseevergrösserung könnte die Staumauer allerdings künftig um 23 Meter erhöht werden. Es ist eines von 16 ausgewählten Projekten des Bundes für den Ausbau der einheimischen Stromproduktion aus Wasserkraft. Für dieses hat die KWO im Mai 2024 ein Konzessionsgesuch bei den Kantonalen Behörden eingereicht. Durch die Erhöhung der Staumauer Spitallamm und die Vergrösserung  des Grimselsees könnte das Kraftwerk jährlich zusätzlich 240 Gigawattstunden Strom pro Jahr speichern. Damit trägt das auf rund 300 Millionen Franken veranschlagte Ausbauvorhaben insbesondere zur Stromproduktion in den Wintermonaten bei, in denen in der Schweiz weniger Strom aus Laufwasser- und Sonnenkraft erzeugt wird.

In die Laufwasserkraft investiert die BKW auch: Zu aktuellen Projekten zählt der Neubau des Wasserkraftwerks Sousbach für rund 69 Millionen Franken. Die Anlage ist Ende 2025 in Betrieb gegangen und versorgt rund 6 700 Haushalte mit erneuerbarem Strom. Zudem startet die BKW im Jahr 2028 mit der Gesamterneuerung des Wasserkraftwerks Mühleberg. In diese investiert sie insgesamt rund 120 Millionen Franken.

Neben der Wasserkraft treibt die BKW auch bei der Windkraft voran. Hier hat die BKW  den Windpark Cerignola in Apulien (Süditalien) Ende 2025 nach knapp einem Jahr Bauzeit ans Stromnetz angeschlossen. Die 29 Turbinen liefern jährlich genug Strom für 140 000 Haushalte. Mit 800 Grundeigentümern, zwei Umspannwerken und 27 Kilometern Hochspannungsleitung handelt es sich um ein komplexes Infrastrukturprojekt – und zugleich um das derzeit grösste Bauvorhaben der BKW im Ausland. Seine Fertigstellung markiert einen wichtigen Schritt in der Strategie «Solutions 2030», mit der die BKW ihr Portfolio bis 2030 um über 600 Megawatt an erneuerbarer Stromproduktion erweitern und die Emissionen im Energiegeschäft bis 2040 auf Netto-Null senken will.

Steigender Bedarf an Flexibilität im Energiesystem

Windturbinen, Wasserkraftwerke und Solaranlagen auszubauen oder neu zu errichten, ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Eine weitere ist aber auch, dass der mit diesen Anlagen produzierte Strom zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort in der richtigen Menge verfügbar ist. Hier ist also Flexibilität gefragt. Denn mit der Zunahme erneuerbarer Energieträger, vor allem Wind- und Sonnenkraft, steigen auch die Schwankungen in der Stromproduktion.

Diese ist sprichwörtlich von Wind und Wetter abhängig – also von der Jahres- und Tageszeit, aber auch den meteorologischen Bedingungen. Um die Energiewende ganzheitlich anzugehen, braucht es somit Flexibilitäts- und Speicherlösungen. Hier eröffnen sich der BKW spannende Wachstumsmöglichkeiten – dank ihrer breiten Kompetenzen von der Produktion über die Vermarktung und Verteilung bis hin zur Nutzung von Energie. Mit ihrer Strategie «Solutions 2030» will die BKW bis 2030 eigene Flexibilitätsanlagen, zum Beispiel Wasserkraftwerke und Batterien, mit einer Leistung von über 600 Megawatt aufbauen. Andererseits will sie flexible Drittanlagen von über 700 Megawatt bewirtschaften und als Poolerin Kleinstanlagen von über 200 Megawatt zu virtuellen, flexiblen Kraftwerken verbinden. Einige ambitionierte Projekte hat die BKW in diesen Bereichen bereits gestartet: In Waltrop (Deutschland) beginnt die BKW voraussichtlich Ende 2026 mit dem Bau einer Grossbatterie, die eine Leistung von 300 Megawatt und eine Speicherkapazität von 600 Megawattstunden umfasst. Die Investition der BKW von rund 200 Millionen Euro beinhaltet die Entwicklung, den Bau und den Betrieb des Grossbatteriespeichers. Die Anlage dient zur Stabilisierung des Energiesystems in einem zunehmend volatilen Energiemarkt. Gleichzeitig stärkt die BKW damit ihre Aktivitäten auf den internationalen Energiemärkten, wo flexibel abrufbare Stromspeicher immer wichtiger werden.

Ebenfalls in Deutschland, in Holenbrunn (Wunsiedel), entsteht derzeit eine Batterie, welche die BKW sowohl plant und baut als auch betreiben wird. Zudem hat die BKW im vergangenen Herbst eine langfristige Finanzierungsvereinbarung mit Zelestra, einem globalen Unternehmen für erneuerbare Energien, unterzeichnet. Diese ermöglicht den Bau einer Grossbatterie in Norditalien mit einer Speicherkapazität von bis zu zwei Gigawattstunden. Der Baubeginn ist für 2027, der Vollbetrieb für 2028 geplant. Zelestra stellt der BKW einen Teil der Erzeugungskapazität der Anlage zur Verfügung, um die Flexibilität am Markt zu steuern und zu optimieren. Der Ansatz des Grossprojektes ist hochinnovativ, denn er vereint die Verbesserung der Stromnetzflexibilität mit der schnelleren Integration erneuerbarer Energien, hilft die italienische Stromerzeugung zu dekarbonisieren und erhöht die Versorgungssicherheit. 

Ausserdem ist die BKW über die KWO am Pumpspeicherkraftwerk Grimsel 4 beteiligt. Für dieses unterirdische Ausbauvorhaben hat die KWO Ende 2024 die Baubewilligung eingereicht, der Baustart ist im Sommer 2026 und die Inbetriebnahme ungefähr 2032 geplant. Mit einer Investitionssumme von rund 250 Millionen Franken soll Grimsel 4 das Wasser zwischen den beiden bestehenden Speicherseen Grimselsee und Räterichsbodensee effizienter nutzen. Zwischen den beiden Stauseen sind zwei neue Pumpturbinen mit einer Gesamtleistung von 150 Megawatt geplant, die dank je einem Vollumrichter ihre Leistung im Pumpbetrieb anpassen können. Damit lässt sich die Stromproduktion einerseits optimal an der Nachfrage ausrichten. Andererseits ermöglicht Grimsel 4 auch flexibel wichtige Regelenergieleistungen für das Stromnetz, weil es zum Beispiel in Zeiten sehr hohen Stromverbrauchs (Spitzenlast) schnell viel Strom bereitstellen kann. Damit leisten Speicherlösungen wie Grossbatterien und Pumpspeicherkraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Infrastrukturen für die neue Energiewelt

Neben erneuerbaren Stromproduktionsanlagen und Speicherlösungen braucht es für das Energiesystem der Zukunft auch ein zuverlässiges Stromnetz, um den produzierten und gespeicherten Strom dorthin zu bringen, wo er gerade gebraucht wird. Einer der strategischen Schwerpunkte der BKW mit «Solutions 2030» ist der Ausbau der Energienetze in Deutschland und in der Schweiz. Die LTB Leitungsbau GmbH aus dem Netzwerk der BKW ist an der Ostküstenleitung, einem der derzeit grössten Projekte für die Energiewende und Netzstabilität in Deutschland, beteiligt.

Die Ostküstenleitung ist eine 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung in Schleswig-Holstein, die den Strom von den Windturbinen an der Ostseeküste in den nachfragestarken Süden des Landes transportieren und die Verbindung Deutschlands zum europäischen Stromnetz stärken soll. Die LTB hat verschiedene Teilaufträge in diesem Grossprojekt gewonnen. Unter anderem hat sie auf 22 der insgesamt rund 130 Kilometer umfassenden Leitung 51 Strommasten errichtet. Zudem rüstet die LTB bestehende Stromleitungen in Deutschland um und auf, um die künftig erhöhte Menge an Strom vom Norden bis in den Süden transportieren zu können. Die Inbetriebnahme der Ostküstenleitung ist für 2027 vorgesehen.

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