Vom Schiffscontainer zum Wohnhaus

Wiederverwerten statt wegwerfen. Das spezielle Turmhaus von Reto Bärtschi besteht zu 80 Prozent aus Baumaterial, das der Künstler vor der Tonne gerettet hat.

Leistungs­erbringer

In den letzten drei Jahren entstand auf dem Grundstück von Künstler Reto Bärtschi im bernischen Wangenried ein aussergewöhnliches Wohnobjekt. Im Zentrum stand das Upcycling. Anstatt Material zu rezyklieren, wurde es in der bestehenden Form für einen neuen Zweck verwendet. Für seine Wohnskulptur, wie der Künstler sein Projekt nennt, verwendete Reto Bärtschi vier High-Cube-Schiffcontainer als Grundlage. Die zwölf Meter langen Stahlbehälter gaben die Grundfläche vor: «Sie waren sozusagen die Architekten», so Bärtschi. 

Liegende Schiffscontainer als Inspiration

Wenn neu, dann regional

Die Wiederverwertung von Materialien waren ihm beim Turmhaus ein grosses Anliegen. Während des Baus war das besonders gut sichtbar: Der Unterlagsboden ist eine kunterbunte Mischung verschiedenfarbiger Holzplatten. «Ich fand erschreckend, dass so viel weggeworfen wird», sagt Bärtschi. Sein Material erhielt er von Firmen, die beispielsweise aufgrund von Räumungen oder Fehlbestellungen froh waren, die Waren nicht kostenpflichtig entsorgen zu müssen. Nur rund 20 Prozent schaffte Reto Bärtschi neu an. Wo immer möglich setzte er auf regionale und langlebige Materialien. Dazu gehört die Fassade aus Schweizer Holz von einer lokalen Schreinerei. Als Künstler legt Bärtschi auch Wert auf das Optische. Inspiration lieferte ihm der archaische Architekturstil aus Japan. «Ich habe unter anderem verkratzten Stahl erhalten. Dieses eigentlich beschädigte Material fügt sich als Fensterbrett wunderbar in den von mir angestrebten Stil ein und erhält damit ein zweites Leben.» 

Fachwissen kreativ eingesetzt

Alle Materialien konnte aber auch Bärtschi nicht verwerten. Technisch muss alles einwandfrei und normgerecht sein. Dafür ist Fachwissen gefragt. Im Elektro-Bereich unterstützte ihn die AEK aus dem BKW Netzwerk. Patrick Fluri, Filialleiter des Standortes Langenthal, kennt den naturverbundenen Künstler bereits aus seiner Jugend und unterstützte das Vorhaben mit viel Leidenschaft. «Ich mag Projekte, die nicht 0815 sind» so Fluri. Er brachte aus Spezialprojekten von anderen Kunden viel Erfahrung mit. Im Turmhaus war er mit seinem Team für die gesamte Elektroinstallation zuständig. Diese Aufgabe war auch für die Monteure und die Lernenden interessant. Fixe Pläne gab es nicht. Alles war abhängig vom verfügbaren Material, das Reto Bärtschi selbst organisierte oder teilweise auch über die AEK nach Wangenried kam. So etwa der Verteilkasten, der bei einem anderen Kunden für eine Prototypanlage verwendet wurde, dann aber überzählig war. «Hier ist Kreativität und Berufsstolz gefragt», so Fluri. Alle konnten mitgestalten und eigene Ideen einbringen. «Das machten sie wirklich ganz fantastisch» schwärmte Reto Bärtschi. Besonders beeindruckt zeigte er sich vom Lernenden, der mit der Anordnung der Kabel hin zum Verteilkasten ein wunderschönes Industriebild erzeugt hat. «Das könnte man auch versteckt machen, aber mir gefällt es so besser» so der Künstler. 

«Für Upcycling-Projekte brauchen wir innovative Personen, die das nötige Fachwissen mitbringen.»
Reto Bärtschi, freischaffender Künstler

Für Reto Bärtschi ist das Turmhaus der Beweis, dass man in der Schweiz ein Upcycling-Haus bauen kann, das den Wohnbedürfnissen entspricht und sich innerhalb der Norm bewegt. Über die letzten Jahre hat er sich ein Netzwerk aufgebaut, aus dem er immer mehr Material erhält. Aktuell baut er auf seinem Kunsthof bestehende Ateliers zu Wohnateliers um. Und auch danach geht es weiter – gegen Ende Jahr steht bereits ein weiteres, grösseres Projekt an. Denn die Ideen gehen Reto Bärtschi noch lange nicht aus. 

AEK AG – Ihre Partnerin für Gebäudetechniklösungen in den Bereichen ICT, Elektro und Gebäudetechnik

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Die BKW Building Solutions ist als Installations- und Technologieanbieterin mit ihrem Expertennetzwerk in der Lage, Kundinnen und Kunden mit Lösungen und Komponenten zu versorgen, welche aufeinander abgestimmt, individuell, miteinander kompatibel und stetig erweiterbar sind. Mit diesem Ansatz sind auch künftige Trends und veränderte Bedürfnisse kein Hindernis für einen erfolgreichen Übergang in eine umweltfreundliche Zukunft.

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